Eine Berghütte ist kein Hotel, man muss gewisse Abstriche beim Komfort machen und bestimmte Regeln einhalten. Belohnt wird man mit einer phantastischen Lage mitten in den schönsten Wandergebieten und einer urigen Atmosphäre. Die folgenden Tipps helfen Euch dabei, dass Eure Hüttenübernachtung zu einem tollen Erlebnis wird.

Tipp Nr. 1: Anmelden

Wer nicht Gefahr laufen will, auf dem Boden schlafen oder sogar wieder absteigen zu müssen, sollte seinen Schlafplatz im Vorfeld reservieren. Zur Auswahl stehen – wenn man rechtzeitig dran ist – Matratzenlager und die etwas komfortableren Zimmerlager (Betten). Zwar sind Schutzhütten dazu verpflichtet, Wander über Nacht aufzunehmen. Wenn alle Matratzen belegt sind, bleibt aber eben unter Umständen nur ein Platz auf dem Fußboden.

  • Wann sollte man reservieren? Das hängt ganz von der Hütte und der Jahreszeit ab. Unterkünfte in beliebten Wandergebieten sind für die Hauptsaison manchmal Wochen im Voraus ausgebucht  – in einsameren Gegenden und bei schlechtem Wetter sieht die Sache natürlich anders aus. Oft lohnt es sich auch, nachzufragen, ob kurzfristig ein Platz freigeworden ist.
  • Wie kann man reservieren? Das ist von Hütte zu Hütte unterschiedlich. Viele Hütten haben eine Website, die über die bevorzugte Kontaktaufnahme informiert. Das kann Telefon, E-Mail, ein Web-Formular oder die DAV-App sein.
  • Und wenn man die Tour nicht wie geplant durchführen kann? Möchte man die Schlafplätze nicht wie geplant in Anspruch nehmen, sollte man den Hüttenwirten selbstverständlich so früh wie möglich Bescheid geben, damit die Plätze anderweitig vergeben werden können.
Tipp Nr. 2: Regeln beachten

Auf einer Berghütte gelten besondere Regeln. Diese solltet Ihr aus Rücksicht auf die anderen Gäste und die Wirte unbedingt einhalten. Die Regeln lauten unter anderem:

  • Einen Hüttenschlafsack mitbringen und verwenden.
  • In der Hütte die Wanderschuhe ausziehen und Hüttenschuhe tragen.
  • Müll vermeiden und eigenen Abfall mit ins Tal nehmen.
  • Ab 22 Uhr die Nachtruhe einhalten.

Es hängt immer eine Hüttenordnung aus, die man lesen und beachten sollte. Für Hütten-Neulinge mögen manche dieser Vorgaben ungewohnt streng und einschränkend klingen. Sie wurden aber aus guten Gründen aufgestellt, die leicht nachvollziehbar sind: Die Schlafräume bleiben sauber, wenn sie nicht mit Wanderschuhen betreten werden. Betten täglich frisch zu beziehen und Laken zu waschen, wäre auf den meisten Hütten logistisch schlichtweg nicht zu bewältigen (von der Umweltbelastung mal ganz abgesehen). Eine frühe Nachtruhe schließlich macht in Mehrbettzimmern und Lagern absolut Sinn.

Tipp Nr. 3: Auspowern

Einen Fehler darf man niemals begehen: Ausgeruht an einer Hütte ankommen. Das ganze Konzept Berghütte ist ausgelegt auf ausgepowerte Wanderer, die abends totmüde in ihr Bett beziehungsweise auf ihr Lager fallen.

Wer eine anstrengende Bergtour hinter sich hat,  findet die zeitlichen Vorgaben plötzlich gar nicht mehr so schlecht: Abendessen um sieben, Nachtruhe um zehn – manch Einem fallen da schon vorher die Augen zu. Mit der entsprechenden Müdigkeit in den Knochen ist es dem erschöpften Bergsteiger dann auch egal, wenn die Matratze etwas zu hart ist oder die Zimmerkameraden schnarchen.

Natürlich sollte man es mit dem Anstieg zur Hütte nicht übertreiben und die eigenen Kräfte auch nicht überschätzen. Wenn eine Hütte jedoch über einen kurzen, einfachen Weg oder sogar per Seilbahn erreicht wird, lässt sich nach der Ankunft bestimmt noch ein kleiner Gipfel „mitnehmen“, damit die nötige Bettschwere erreicht wird.

Tipp Nr. 4: Ansprüche an Komfort runterfahren

Sein Bett selber machen und den Müll wieder mitnehmen? Dicht gedrängt in der Gaststube sitzen oder direkt neben fremden Menschen im Matratzenlager schlafen? Toilette auf dem Gang oder gar außerhalb des Gebäudes? Alles durchaus üblich auf Berghütten. Das sollte einem klar sein, wenn man sich auf das Abenteuer Hüttenübernachtung einlässt. Wer seine Ansprüche runterschraubt, die Natur genießt, sich auf das Wesentliche beschränkt, und sich auf die ganz besondere Atmosphäre einlässt, wird begeistert sein. Vielleicht ertappt auch Ihr Euch dabei, schon beim Abstieg am nächsten Tag in Gedanken die nächste Hüttentour zu planen…

Tipp Nr. 5: Genießen

Oberhalb von 1000 Metern schmecken Speckknödel, Kaiserschmarrn und Co gleich nochmal so gut! Und dank der zuvor in großem Umfang verbrauchten Kalorien darf man nach Herzenslust schlemmen. Dass die Speisenauswahl manchmal eher klein ist, versteht sich angesichts der schwierigen Versorgungslage von selbst. Und wer Münchener Verhältnisse gewöhnt ist, hat auch mit den Preisen kein Problem.